Dramatik pur im Lindenufer

Für die erste und zweite Mannschaft ging es am Sonntag um viel und so verlief der Tag auch dramatisch. Zunächst wurde die dritte geopfert, die den Klassenerhalt schon perfekt gemacht hatte. Hier wurde nach oben abgegeben und nach unten nichts gezogen. Die vierte sollte nicht geschwächt werden. Und so staunte ich auch nicht schlecht, als vor 10 Uhr schon der Kampf fast entschieden war. 1-3. Ein kampflos gewonnenes Brett durch Thomas, zwei kampflos und ein kopflos verlorenes. Die verbliebenen Bretter kämpften wacker, wobei besonders Fabi zu loben ist. Frisch aus Kalifornien zurück, Jetlag noch in den Knochen und bravourös versucht, den vollen Punkt zu holen. Am Ende wurde es nur ein halber. Robert bezwang Jeremic, der immerhin bei uns mal in der ersten Mannschaft spielte und Kian hatte mit vollem Risiko gespielt und leider verloren. Markus Vogt war die Klasse zu stark. Nicht traurig sein! So stand es am Ende 2,5-5,5 Pkt. Wenn diese Mannschaft mal vollständig aufgestellt wäre, hätte sie ganz oben mitspielen können. Aber die Klasse ist gesichert, nächstes Jahr kommt der neue Versuch.

Die zweite Mannschaft war sehr konzentriert. Nur ein Sieg zählte und so wurde gekämpft. Unser eher friedvolle Kötzi fuhr den ersten Sieg ein und stellte die Ampel früh auf grün. Alle Bretter erspielten sich nach und nach Vorteil bis auf Kai Stephan, der irgendwie nicht aus der Eröffnung kam. Aber Schach ist Schach. Der sieggewohnte Domi unterschätzte den Gegner, verlor eine Qualität und begnügte sich trotz Läuferpaar und 2 Mehrbauern mit Remis. Michael spielte eine Michael-Partei, wo keiner so richtig durchblickte. Hauptsache er blickt durch und so widerlegte er ein Figurenopfer seines Gegners souverän. Irgendwann war dann die Spannung weg. Kai Stephan verlor, Kievi und Felix gewannen, Winni sicherte ein Remis im Damenendspiel ab und der Klassenerhalt war damit fast gesichert. Eigentlich belanglos war dann die letzte Partie, wo Sebastian kämpfte wie ein Tier. Wie er ein remisliches Turmendspiel noch gewann, habe ich nicht mehr mitbekommen. So ist Schach! Damit stand der 6-2 Sieg fest.

In der ersten wurde an allen Brettern hart gekämpft. Die Scahchfreunde kamen mit einer bärenstarken Mannschaft daher und so war klar, es wird knapp. Die ersten vier Bretter hatten Pech oder waren übermotiviert. An ein 0-4 an den vorderen Brettern kann ich mich nicht erinnern. Dahinter sah es rosiger aus, obwohl jedes gegnerische Brett deutlich mehr DWZ-Punkte vorzuweisen hatte. Aber Punkte sagen nicht viel aus. Mein Gegner hatte noch eine Rest-Alkoholfahne und war ganz offenbar nicht im Vollbesitz seiner Leistungsfähigkeit. Selten habe ich so einfach positionell gewonnen. Matthias stand riesig, in knapper Zeit ließ er aber Zugwiederholung zu. Unser chilenische Puma verbiß sich in seinem Gegner. So sehr sich dieser auch streckte. Eduardo war unerbittlich. Nach einer sher starken Partie setzte er matt. Großes Kino, Eduardo!! Auch Uwe war in seinem Element. Das L-Endspiel knautschte er bis zum Unmöglichen, aber mehr als ein Unentschieden war nicht möglich. Es hat am Ende nicht gereicht, obwohl die 3-5 Niederlage vermeidbar war.

Alles weitere am Dienstag im Club, Ergebnisse gibt es wie immer bei www.mattzug.de

 

 

6 Gedanken zu „Dramatik pur im Lindenufer

  • 13. März 2017 um 19:15
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    Vielen Dank für den Beitrag, Reinhard. Ich war gestern zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Mein Fazit ist leider: Wenn eine Mannschaft in der Landesliga gegen wen auch immer 0:4 Punkte an den Brettern eins bis vier macht, dann kann sie eben nicht in die Oberliga aufsteigen. Wir alle sind zu annehmbaren Einzelpartien fähig, liefern aber auch immer wieder unglaublich schwache Vorstellungen ab. Das ist dann eben so.
    Ich hoffe, dass es in der nächsten Saison mit Marko und Jan-Paul wieder besser wird.

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    • 13. März 2017 um 19:44
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      Ja, so ist das eben. Manchmal verliert man und das andere Mal gewinnen die Gegner. 🙂

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  • 14. März 2017 um 01:06
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    Man muss aber auch zu unserer Ehrenrettung sagen, dass der übliche Effekt, dass eine dritte Mannschaft im Laufe der Saison immer schwächer wird, weil sich Leute „oben“ fest spielen, leider nicht eingetreten ist. Im Gegenteil: Die Schachfreunde hatten das stäkrste Team der gesamten Saison aufgeboten, nur mein Gegner hatte knapp unter 2100 DWZ. Bei uns dagegen sind in dieser Saison nur drei Leute (knapp) über 2100, also waren wir in der Tat deutlicher Außenseiter in diesem Kampf.
    Aber nun sollten wir gegen Berolina versuchen zu gewinnen. Auf der Homepage von Weiße Dame steht, dass wir Berolina seit über 10 Jahren nicht mehr besiegt hätten. Das war mir gar nicht so bewusst, ist aber natürlich ein Grund mehr, es zu ändern….

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    • 15. März 2017 um 22:09
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      Hallo Matthias,
      über ein wenig Schützenhilfe von euch würden wir uns sehr freuen! Es ist zwar nicht allzu wahrscheinlich, aber theoretisch könnt ihr ja auch noch den Aufstieg schaffen, wenn alle Spiele für euch laufen…

      Auch Queerspringer müssen wir durchaus ernst nehmen, vor allem seit diese plötzlich vollständig antreten. Unsere Zweite braucht noch einen Punkt gegen Friesen, damit der Klassenerhalt ganz sicher ist. Und Pankow kann schließlich nicht mehr selbst aufsteigen, aber natürlich den Schachfreunden noch Punkte wegnehmen.

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  • 14. März 2017 um 11:37
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    Macht euch über diese Niederlage keine Gedanken, jeder erwischt mal einen schwarzen Tag. Ihr habt in dieser Saison wirklich richtig gut gespielt und hattet anders als in den Jahren davor auch keine Abstiegssorgen. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen.

    Ein dickes Lob gebührt vor allem Stefan, der sich angesichts der Situation der Dritten dazu bereit erklärt hat, doch noch anzutreten, obwohl er eigentlich verhindert war. Das ist nicht selbstverständlich. Stefan ist ein echter Teamplayer!

    Vor dieser Runde war der Klassenerhalt der Dritten noch nicht ganz abgesichert, zumal zwei Konkurrenten noch die Chance hatten, uns noch einzuholen. Wir hätten also gegen die Eintracht theoretisch noch ein Endspiel vor uns. Haben wir aber nicht mehr, denn Berolina hat gegen Eintracht verloren und kann uns nun auch rechnerisch nicht mehr einholen. Trotz aller Widrigkeiten bei der Besetzung der Bretter waren wir zu starken Leistungen fähig und haben mit einigen Achtungserfolgen in Unterzahl den Klassenerhalt frühzeitig sichern können.

    Mein Dank gilt dabei meinen Spielern, die sich der Situation gestellt und das Beste daraus gemacht haben. Außerdem möchte ich mich bei den anderen Mannschaftsleitern bedanken, die unsere Aufstellungen durch das clevere Verschieben und Verzichten erst möglich gemacht haben.

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  • 15. März 2017 um 21:08
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    Ein Glückwunsch an die 2. / 3. und 4. zum vorzeitigen Klassenerhalt! Eine gelungene Saison bislang, oder? Nur schade, dass ab und an Bretter frei bleiben müssen, immerhin komm ich dadurch in den Genuss passiv mit dabei zu sein 😉 Vielen Dank an Reinhard und Manfred für die tollen Berichte, hier wurde mitgefiebert! Gruß aus Lima!

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