Westpokal – 2. Pleite in Folge

Nachdem wir letzte Woche schon gegen Eckbauer mit 4,5 : 5,5 das Nachsehen hatten, ging es letzten Freitag gegen Weiße Dame.

Auch hier unterlagen wir mit 6,5 : 3,5.

Der Ehrenrettung halber muss jedoch erwähnt werden, dass Weiße Dame mit einem weitaus stärkeren Team angetreten war. Im Durchschnitt hatten die Gegner rund 150 DWZ – Punkte mehr als unsere wackeren Krieger.

Den einzigen vollen Punkt konnte wieder einmal Terry einfahren. Patrick, der gegen eine scharfe Variante des Königsgambits bestehen musste, hatte zwischenzeitlich einen ganzen Turm mehr, sah sich jedoch bei deutlichem Entwicklungsnachteil einem enormen Angriffsdruck ausgesetzt.

Auch in meiner Partie kam das Königsgambit auf das Brett, positionelles Geschiebe kannte diese Partie ebenfalls nicht.

Vielleicht kann der eine oder andere hier noch ein Statement zu seiner Partie abgeben, bei meiner hochtaktischen Begegnung fehlte mir leider die Zeit zum kiebitzen.

Die detaillierten Ergebnisse sind auf der Seite der Schachfreundes Siemensstadt zu finden.

Hier noch zwei Partien gegen Eckbauer:

 

… und eine gegen Weiße Dame

6 Gedanken zu „Westpokal – 2. Pleite in Folge

  • 9. September 2018 um 21:34
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    Hallo,
    hier mal meine Partie aus der ersten Runde gegen Eckbauer.

    Remde (978) – Focke (1596) 0-1

    1. c4 e5 2. Nc3 Nc6 3. g3 Nf6 4. Bg2 Bb4
    5. e3 d6 6. Nge2 O-O 7. a3 Bxc3 8. Nxc3 Re8
    9. O-O e4 10. f3 exf3 11. Bxf3 Ne5 12. Be2 Bh3
    13. Rf2 Neg4 14. Rf3 Qd7 15. d4 Re7 16. Bf1 Bxf1
    17. Qxf1 Rae8 18. Qd3 d5 19. c5 Ne4 20. Nd1 Ngf6
    21. Kg2 h5 22. Rf4 g5 23. Rf1 h4 24. Nf2 hxg3
    25. hxg3 Ng4 26. Nh3 c6 27. Rh1 Qc7 28. Nf4 gxf4
    29. gxf4 f5 30. Kf3 Rh7 31. Qd1 Qg7 32. Rg1 Rh3+
    33. Ke2 Qh6 34. a4 Kf7 35. Ra3 Ngf2 36. Qb3 Qh5+
    37. Ke1 Re7 38. Qc2 Qh4 39. Ke2 Rh2 40. Bd2 Qh5+
    41. Ke1 Qf3 42. b4 Nh1 43. Qd3 Rxd2

    Ich denke, 18. Dd3 ist der Anfang vom Ende. Besser wäre Ld2 gewesen. Denn nach 18. … Sxe3 19. Lxe3 Txe3 kann ich ja 20. Txf6 spielen. Hatte ich nicht auf dem Schirm. Und 20. Sd1 und 26. Sh3 sind natürlich eine Katastrophe.

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  • 9. September 2018 um 22:40
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    Danke an Manfred für den Kurzbericht. In der Tat sind die Berichte einfach spärlich bzw. nicht vorhanden. Weiß denn jemand, was in der ersten Runde gegen Eckbauer passiert ist? Es ist nachvollziehbar, dass wir da nicht dauernd alles im Blick behalten können, ohne einen „Vereinsjournalisten“…

    Mir geht es genauso wie Manne, ich hatte nur meine Partie im Blick und kann die anderen Partien nur vage beurteilen, also sei von mir nur meine Partie kurz kommentiert:

    Mit Martin Sechting saß mir ein technisch sehr starker Spieler mit unglaublicher Erfahrung gegenüber, der zudem jahrelang in der Stadtliga spielt und mich in früheren Blitzpartien ein ums andere Mal vom Brett gefegt hatte.
    Ich bekam eine Aljechin-Variante aufs Brett, die ich wohlwissend über die Stärke meines Gegners behutsam anging, d.h. nicht wie üblich mit dem „Draufgänger“ c4 gegen Sd5, sondern in ruhigem Fahrwasser d4 als Antwort auf Sd5. Bis zur ruhigen Rochade verlief eigentlich alles in normaler Routine, dann entschied ich mich doch zu c4 und die Partie wurde dynamischer. Ich hatte dann einige taktische Kombinationen im Blick, aber wie so oft waren das „Gespenstergeschichten“. Martin spielte dann seinen Rammbock d5 aus, der meine Stellung schon etwas aus den Angeln heben sollte. Nach einem Patzer meinerseits musste ich einen Bauern und eine halbwegs gepflegte Struktur aufgeben, nur um ebenfalls halbwegs wieder ins Spiel zu kommen. In aller Verzweiflung ging noch ein Bauer flöten, dafür bekam ich aber einen Alibi-Königsangriff und hatte einige Mattdrohungen aufgestellt mit König, Bauer, Läufer und Turm, denen Martin seinerseits mit Schachgeboten ausweichen konnte. Das Endspiel an sich war schlicht verrückt, denn ich hielt trotz zweier Minusbauer irgendwie noch das Gleichgewicht, bis Martin seinen Turm zum Abtausch anbot, den ich sofort vollzog. Daher nahm ich direkten Kurs auf seine Freibauern und räumte sie sicher ab. Das anschließende Remis war nur eine Frage der Zeit. Die Partie dauerte fast 4,5 Stunden, allein in der letzten halben Stunde hatten wir beide jeweils weniger als drei Minuten auf der Uhr.
    Meine Partie reiche ich im Laufe der Woche ein, dann wird auch einiges nachvollziehbarer. Es wäre schön, wenn wir noch weitere Partieberichte oder sonstige Eindrücke bestaunen dürften.

    PS @ Winnie: Bei Deinem lieben Westpokal-Gegner habe ich mich heute im Amateurcup für dich erfolgreich revanchieren können.

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  • 10. September 2018 um 13:26
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    Tja, da ist schon allerlei zusammengekommen. Nachdem Michael und alle Hoyerswerda-Fahrer ausgefallen sind und Felix mitten im Examen steckt, hatten wir mit den verbliebenen Freiwilligen einer motivierten und stark besetzten Weiße Dame-Mannschaft leider wenig entgegenzusetzen.
    Was meine eigene Partie angeht, müssen wir den “Mehrturm” insoweit relativieren, als mein schwarzer Springer auf h1 nur noch so viel wert war, den gegnerischen Angriff ein Tempo zu kosten. Nachdem ich die Qualität zurückgegeben hatte, um die weiße Initiative zu brechen, hatte ich zwei solide Mehrbauern und Gewinnstellung. Der Verlust der zweiten Qualität war dann weniger geplant.
    In der Schlussstellung konnte ich dann nur die Züge wiederholen oder seinen Turm mit Bauerngewinn auf die 7. Reihe lassen. Nachdem wir bis dahin die anderen drei Türme wenig liebevoll behandelt hatten, wollte ich ihm das nicht gönnen…Ich bin nicht sicher, ob mir Venske damit zum 2. oder 3. Mal im letzten Moment von der Schißße gehüpft ist.
    Terry sorgte für den Ehrentreffer, Winfried, Chinguun und bald auch sein Papa standen schon nach der Eröfffnung schlecht (wobei Chinguun sich da fast noch rausgekämpft hätte) und Kötzi ging gegen Uhl kämpfend unter, was mir in der BMM gegen denselben Gegner in derselben Variante auch schon passiert ist. Die Remisen von Robert und Manfred gehen in Ordnung, bei Kussatz glaubte ich kurz einen größeren Vorteil zu sehen, was sich aber nicht bestätigen ließ, und Sebastian stand im Endspiel erst schlecht, dann okay, dann furchtbar – und dabei habe ich die letzte Stunde nicht mal mehr gesehen…
    Letztlich waren wir also in der Besetzung ziemlich chancenlos. Wir sollten jetzt wenigstens den letzten Kampf gewinnen. Mal sehen, wen Tony dafür noch zusammentrommeln kann.
    Im nächsten Jahr sollten wir uns dann von den Beteuerungen, dass man die Spielstärke breiter streuen soll, nicht mehr einlullen lassen und wenigstens im voraussichtlichen Entscheidungsduell eine konkurrenzfühige Mannschaft aufstellen – wenn nicht wieder Terminskollisionen dazwischenkommen.
    Die Idee des Turniers ist ja, dass sich vor der BMM auch Leute einspielen können, die sonst nicht viel Praxis bekommen. Würde das bei uns nicht auch auf Leute wie Uwe, Alexei oder Eduardo zutreffen? Freiwillige vor, sonst wird zwangsrekrutiert!

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  • 11. September 2018 um 14:31
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    Ergänzend hätte man zur Ehrenrettung noch anführen können, dass eure Spieler nach der Punkteerwartung an den einzelnen Brettern rein rechnerisch insgesamt nur 3,09 Punkte hätten holen dürfen, mithin das 3,5:6,5 aus eurer Sicht durchaus als Erfolg gewertet werden kann.
    Den wahren Grund für unseren Mannschaftssieg offenbart jedoch der Beitrag auf eurer Internetseite mit dem Titel “Wir sind die letzten von der alten Zitadelle” vom 03.09.2018 (siehe meinen dortigen Kommentar)! 😉

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    • 11. September 2018 um 17:07
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      Was wir für uns als Erfolg verbuchen und was nicht, kannst Du getrost uns überlassen!

      Mann, Mann, Mann: kaum gewinnt er mal gegen einen 1900er, da spukt er schon große Töne …

      Antwort
  • 11. September 2018 um 19:54
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    Deutsches Sprichwort: Gewinnen ist der Abend vor Verlieren.

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