Oberliga ade

Am letzten Sonntag fand das vorentscheidende Spiel gegen Weisse Dame um den Verbleib in der Oberliga statt. Für uns war ein Sieg fast Pflicht, bei einem Unentschieden hätten wir noch minimale Chancen gehabt.

Obwohl Weisse Dame so ziemlich mit der stärksten Aufstellung spielte, erstmals auch mit ihrem Brett 3 aus Österreich, fand ich die Paarungen recht aussichtsreich für uns. Und nach einer Stunde sah auch alles recht gut aus, Koko und Patrick standen schon recht angenehm, Jan-Paul und Terry auch gut und alle anderen ausgeglichen.

Dann sah ich mit Schreck, dass an Brett 2 bei Felix gegen Waldmann irgendwas völlig schief gelaufen war, er hatte auf einmal zwei Bauern weniger und das auch noch bei einem gedeckten Freibauern auf e7. Diese Partie führte dann auch Waldmann souverän zum 1:0. Danach nahm Nils das Remisangebot seines Gegners an, er hatte einen Bauern geopfert, aber sein Gegner fühlte sich sichtlich unwohl in der Stellung. Bei mir war eine zweischneidige Stellung mit heterogenen Rochaden auf dem Brett, wo sich mein Gegner gut verteidigte. Inzwischen hatte Jan-Paul einen Zwischenzug übersehen und stand klar schlechter. Aber da Marko auf Gewinn stand und die anderen alle besser, bot ich meinem starken Gegner Remis, was er nach kurzem Überlegen auch annahm. In der Analyse ging es hin-und her, so richtig war nicht klar, wer nun besser stand, es gab für beide einige Möglichkeiten zum Fehlgreifen, also war das Remis wohl korrekt.

Während der Analyse kam dann die Schreckensnachricht, das Marko seine Gewinnstellung (wohl in Zeitnot) einzügig eingestellt hatte. Koko hatte inzwischen eine starke Partie mir Schwarz gewonnen, so dass unsere Hoffnungen auf Terry und Patrick ruhten, um wenigstens noch ein 4:4 zu erreichen.

Aber dann hatte Terry auf einmal verloren, ich habe nicht mitbekommen, wie das passierte. Er meinte nur in der Analyse, dass er ganz gut gestanden hatte. Patrick führte dann seine (leider bedeutungslose) Partie noch sicher zum Sieg, so dass am Ende eine 3:5-Niederlage zu Buche stand.
Besonders unsere Weißausbeute war mit 0,5 aus 4 recht bescheiden, während sich speziell die „Ersatzbank“ mit 2,5 aus 3 gut geschlagen hat.

Da unsere Konkurrenten um den Abstieg alle noch gegen den abgeschlagenen Letzten spielen müssen, hätten wir wohl selbst bei zwei Siegen keine Chance, den 8. Platz zu verlassen. Unsere einzige (theoretische) Chance besteht nur in dem Fall, dass es nur zwei Absteiger gibt. Dies wäre nur der Fall, wenn Schwerin in die zweite Bundesliga aufsteigt und dadurch Schwerin 2 in die Oberliga Nord aufsteigen kann. Da aber Norderstedt (deren Spiel am Sonntag ist auf Grund einer Havarie ausgefallen und wird am 14.3. nachgeholt) in der Oberliga Nord klar vor Schwerin führt, wird das wohl nicht der Fall sein. Das in der Oberliga mehr drin gewesen ist, sieht man an der Tatsache, das wir als einziger gegen den souveränen Spitzenreiter SF Berlin 3 gewonnen haben.

Hier gehts zu den Ergebnissen und Tabellenstand: Oberliga Nord Ost

Zur Information: Oberliga Nord Nord Landesliga Mecklenburg-Vorpommern

2 Kommentare

  1. Ich denke auch, dass da deutlich mehr drin war.
    Felix hat einen Einschlag auf g6 verschlafen, danach fiel die Stellung schnell auseinander. Und obwohl sich auch Jan Paul bald mit Minusbauer und trostloser Stellung wiederfand, schienen die meisten anderen Bretter aussichtsreich. Koko konnte ein früh entstandenes Endspiel Läufer gegen Springer, in dem er einen entfernten Freibauern bilden konnte, souverän verwerten. Ich stand schnell bequem; mein Gegner sah ein, dass er sich nicht an alle Bauernschwächen klammern konnte, und ich musste den richtigen Zeitpunkt abpassen, einen Bauern einzusacken, ohne echtes Gegenspiel zuzulassen. Danach habe ich mich so darauf fokussiert, meinen Mehrbauern zum Touchdown durchzudrücken, dass ich einen möglichen Figurengewinn nicht mal registriert habe…
    Das machte mit den beiden Remisen nach 3,5 Stunden ein wahrscheinliches 3:3. Marko hatte mir aus der Eröffnung heraus nicht ganz gefallen, dann aber einen Riesenangriff aufgebaut. In der Zeitnotphase hat er dann aber offenbar die Züge verwechselt bzw. den zweiten vor dem ersten gemacht und musste sofort aufgeben. Terry hätte einen schwarzen Bauern auf d4 gewinnen können, für den der Gegner Gegenspiel auf den schwarzen Feldern bekommen hätte. Obwohl er gezielt darauf gespielt hatte, hat er es sich dann aber anders überlegt – das Gegenspiel kam trotzdem. Als sich nach der Zeitnotphase der Rauch verzog, hatte er 3 Minusbauern; in der Phase hatte ich keine Zeit zu beobachten, wo die geblieben waren…
    Wenn man noch überlegt, dass Jan Pauls Stellung vorher auch sehr ordentlich aussah, wäre eigentlich ein 5:3 für uns greifbar gewesen. Bitter natürlich, dass mein eigener Punkt mal wieder gar keine Rolle mehr spielte, spielgelbildlich zu meiner Null in der 1. Runde, als wir gegen den Tabellenführer Schachfreunde trotzdem gewannen.

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