Marko und Tony beim Schnellschachturnier der TSG Oberschöneweide

Da noch kein Bericht mit allen Endergebnissen des Turniers von gestern zur Verfügung steht, fasse ich mich, was das gesamte Turnier und das Drumherum angeht, relativ kurz:

Marko und ich spielten gestern beim phänomenal stark besetzten Schnellschachturnier der TSG Oberschöneweide mit. Unter den Teilnehmern waren GM Hrant Melkumyan (Elo 2634), GM Jakob Meister, GM Sergej Kalinitschew, IM Ilja Schneider, IM Rene Stern, IM Ulf von Herman, viele FM und weitere starke Spieler… Insgesamt waren wir knapp unter 60 Teilnehmer, Marko war mit 2044 DWZ (Startrangliste nach DWZ) gerade noch so in der ersten Hälfte, ich war die Nr. 13 der zweiten Hälfte mit 1900 DWZ, das sagt schon einiges aus, denke ich. Ein tolles Turnier, leckeres Mittagessen war sogar im Startgeld enthalten 😀

Ich hoffe Marko kommentiert seinen Teil des Turniers, mein Turnier lief wie folgt: hervorragend!

Runde 1: mit schwarz gegen FM Wolfgang Thormann (Elo 2272); Eine sehr unterhaltsame Partie, ich vergab etwas schusselig einen Gewinn im Endspiel nach taktischem Verlauf des Mittelspiels -> Remis

Runde 2: mit weiß gegen FM Dirk Rosenthal (Elo 2413); Es war eine Abart eines Abtauschkönigsinders, in dem ich erst Probleme bewältigen musste, mir jedoch eine immer bessere Stellung und schließlich m.E. sogar Vorteil erarbeitete. Doch da die Zeit beim Schnellschach nun einmal knapp bemessen ist, stellte sie mir die schwerste und unlösbarsten Aufgaben… 2-3 ungenaue Züge und es war dahin, ein gegnerischer Freibauer entschied die Partie. Gegen zwei starke Spieler in den ersten beiden Runden also Punkte liegengelassen…

Runde 3: mit schwarz gegen Pascal Güssow (DWZ 1526); Erst ein Bauer, dann noch einer und schließlich noch ein Springer – das war zu viel, schneller Sieg für mich…

Runde 4: mit weiß gegen FM Werner Reichenbach (Elo 2250); In einer mir unbekannten und taktisch geprägten Eröffnung verbrauchte ich viel Zeit, mein Gegner erzählte mir nach der Partie, dass ich sie „gut behandelt“ hätte 🙂 Es folgte ein hochtaktisches Mittelspiel mit 4 Springern, die auf dem Brett bei immer knapper werdender Zeit beiden Spielern den Kopf verdrehten… Am Schluss hatte ich nach einer hübschen Kombination das bessere Ende für mich, mein Gegner lobte mich nach der Partie für mein starkes Spiel 🙂

Runde 5: mit schwarz gegen IM Ulf von Herman (Elo 2405); Das war ein bis zwei Nummern zu groß für mich, souverän überspielte er mich von Anfang an, Hut ab, der Punkt ging verloren.

Runde 6: mit weiß gegen Sergej Krefenstein (Elo 2099); Nach nun schon 3 oder 4 Niederlagen in Folge gegen ihn wollte ich endlich wieder etwas zählbares herausholen. Irgendwo im Mittelspiel hab ich mich aber zusammenschnüren lassen… Ich riss mich zusammen und blieb bis zum Ende konzentriert, so dass ich die Partie irgendwie doch noch in ein ausgeglichenes Bauernendspiel leiten konnte – Puh, der Bann ist gebrochen.

Runde 7: mit schwarz gegen Carsten Schmidt, den amtierenden Präsidenten des Berliner Schachverbands (Elo 2162); In der Eröffnung, die ich mal wieder nicht kannte, ließ ich mich ordentlich zurückdrängen und stand mit dem Rücken zur Wand, doch einmal mehr konzentrierte ich mich bis zum Ende und übernahm (trotz anfänglichen 3 vs. 8 Minuten, also 5 Minuten Zeitrückstand) immer mehr das Zepter und nach nur kleinen Ungenauigkeiten meines Gegners wendete sich das Blatt und plötzlich war er Matt.

Runde 8: mit weiß gegen FM Reinhard Postler (Elo 2252); Die Eröffnungstheorie habe ich, obwohl neulich erst durch eine Partie von Topalov aufgefrischt, einfach mal vergessen… Naja, ich stand also nach der Eröffnung wieder einmal richtig schlecht… Doch wieder einmal wehrte ich mich zäh. Bei knapper werdender Zeit ließ mein Gegner bestimmt mehrere Gewinnchancen (allerdings alles nicht leicht zu finden, da ein strategischer K.O. immer durch feine taktische Nuancen geprägt ist) aus, ich schaffte es, in ein remises Damenendspiel abzuwickeln, welches durch Dauerschach schnell beendet war.

Runde 9: mit weiß gegen Rene Schildt (Elo 2053); Nicht wirklich aufregende Partie, im Verlauf des Mittelspiels erarbeitete ich mir einen leichten Hauch eines Vorteils, doch für etwas greifbares reichte der nicht, schon bald war ein ausgeglichenes Endspiel erreicht und das Ergebnis war folgerichtig remis.

Ui, wirklich kurz ist die Zusammenfassung ja nicht mehr, da lohnt sich schon eine Zusammenfassung der Zusammenfassung… 5/9, Performance 2250, kann sich sehen lassen :-DIn der Kategorie u2000 DWZ reichte es allerdings „nur“ für den dritten Preis, da sich in der letzten Runde zwei andere Spieler an mir vorbeischoben. Naja, ich bin trotzdem sehr zufrieden, wann hat man schonmal in einem Turnier 4 FM und einen IM als Gegner und holt auch noch 2/5 Punkte gegen diese?!

So weit von mir – Marko, du bist dran 😉

PS: Ich werde mal versuchen, Einiges zu rekonstruieren, Diagramme folgen dann hoffentlich in den nächsten Tagen 🙂

Ein Kommentar

  1. Naja, so viel gibt’s von meiner Seite nicht zu sagen. Grauenhafter Start (davon die erste Runde auch noch spielfrei), das Ende war dann ganz O.K. Wirklich gute Partien waren leider auch nicht dabei.
    Zum Schluss reichte es für 4,5/9 und den dritten Jugendpreis. Hätte besser und schlechter laufen können.

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