Deutsche Amateurmeisterschaft

Vorrunde Willingen

Eigentlich wollte ich nach der Europameisterschaft bis zur Deutschen Seniorenmeisterschaft in Magdeburg nichts mehr spielen, aber nach den vielen verschenkten Möglichkeiten habe ich mich kurzfristig entschlossen, die letzte Vorrunde der DSAM in Willingen zu spielen. Man spielt an drei Tagen fünf Runden gegen ziemlich gleichstarke Gegner, also ein guter Test mit spezieller Konzentration auf eine bessere Verwertung guter Stellungen.

In Willingen waren weit über 200 Teilnehmer in sieben Gruppen am Start, in der A-Gruppe (2100-2300) waren es zwanzig Teilnehmer, von denen sich die ersten sieben für das Finale qualifizieren.

in der ersten Runde spielte ich gegen einen jungen Kölner Spieler, DWZ über 2150, ELO 2030, also ein aufsteigender Jugendlicher. Nach langem Spiel konnte ich gewinnen, danach hat mein Gegner auch keine Partie mehr verloren.

Zweite Runde dann gegen den erfahrenen FM Schunk aus Leipzig gelang mir mit Weiß ein recht klarer Sieg.

In der dritten Runde spielte ich dann mit Schwarz gegen den Turnierfavoriten FM Humburg, auch als ehemaliger Trainer des U16-Weltmeisters Rouven Vogel bekannt. In einer scharfen Partie nahm ich ein riskantes Bauernopfer an und konnte durch einen schönen Trick ein klar besseres Endspiel erreichen und auch gewinnen. Damit war ich alleiniger Tabellenführer mit 3 aus 3, und damit schon ziemlich sicher fürs Finale qualifiziert.

in der 4.Runde bekam ich dann den einzigen IM, Uwe Kersten als Gegner. Interessanterweise hat er meine Tochter bei der Jugendeuropameisterschaft 2004 in der Türkei als Trainer betreut. Mit Weiß hab ich nach den Anstrengungen der vorhergehenden Runden nach 10 Zügen Remis geboten und wir haben uns einen ruhigen Nachmittag gemacht.

So war klar, dass mir in der letzten Runde wohl ein Remis zum Turniersieg reichen würde. Ich bekam einen jungen Gegner, der inzwischen die zweithöchste Wertungszahl hatte. Ich hatte die Hoffnung, dass es vielleicht doch ein schnelles Remis geben würde, da ihm das für die Qualifikation auch reichen würde. Aber mein ersten Remisangebot wurde abgelehnt und so war es klar, dass es wohl ein langer Kampf werden würde. Ich stand mit Schwarz immer etwas unter Druck, konnte aber immer halbwegs den Ausgleich halten. Um den 40 Zug herum folgten aber in schwieriger Stellung zwei Ungenauigkeiten, so dass ich ziemlich am Abgrund wandelte, aber den Laden immer noch zusammen halten konnte. Als dann mein Gegner fast keine Zeit mehr hatte, forcierte er das Remis durch Dauerschach. Beim Eingeben der Partie hab ich dann doch den Gewinn für meinen Gegner gesehen, also mal etwas Glück gehabt.

So bin ich mit der mit Abstand besten Wertung Erster geworden, hab gegen vier der ersten Sechs gespielt.
42 DWZ-Punkte und 30 Elo-Punkte Plus waren der Lohn der Anstrengungen und die Gewissheit, dass es doch mit der Verwertung guter Stellungen geht.

Endstand

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