Pokalhalbfinale erreicht

Am Sonntag fand das Viertelfinale des Berliner Mannschaftspokals statt. Wir hatten eine vermutlich lösbare Aufgabe gegen den TSV Mariendorf, waren aber gewarnt, da sie in der Runde vorher den SC Kreuzberg mit 2:2 nach Wertung ausgeschaltet hatten.
Gegen uns hatten sie auch ihre fast stärkste Aufstellung, trotzdem waren wir an jedem Brett favorisiert. Wir spielten mit Koko, Marko, Michael und Terry (van der Veen), der erstmals die erste Mannschaft verstärkte. Er bekam am 4.Brett mit Olaf Ritz die Nummer Eins von Mariendorf und stand nach der Eröffnung schon auf Gewinn. Koko hatte am ersten Brett einen eingeflogenen Spanier, wo man nicht so recht wusste, wie stark er ist.
An Brett 2 und 3 spielten wir mit Schwarz, gegen Ralf Gebert-Vangeel und Sascha Sarré. Und da begann es für uns ungemütlich zu werden. Markos Gegner spielte eine scharfe sizilianische Nebenvariante und plötzlich war ein wichtiger Bauer weg. Zu diesem Zeitpunkt bot Sarré gegen mich Remis. Ich hatte über eine halbe Stunde mehr, aber keine bessere Stellung und so schaute ich mir erst mal die anderen Partien an. Marko nahm aber über eine halbe Stunde Zeit, so dass mein Hoffnung, dass er alles berechnet hatte, langsam schwand. Da Koko am ersten Brett zwar aussichtsreich, aber nicht gerade auf Gewinn stand, entschloss ich mich nach 40 Minuten weiter zu spielen (nun mit etwas weniger Zeit als mein Gegner), da wir bei einem Remis an Brett 1 und Niederlage an Brett 2 sonst raus wären.
Während sich Terry ziemlich mühte, seine Partie zu gewinnen, ließ Markos Gegner keine Luft mehr rein und gewann souverän. Ich stand um den 35. Zug recht gewinnträchtig, jetzt macht sich leider der Zeitverlust durch die Remisüberlegungen bemerkbar, so dass ich die klaren Fortsetzungen nicht fand. Nach dem 40.Zug war die Stellung schon nicht mehr klar. Koko hatte inzwischen gewonnen, Terry konnte kaum verlieren, also hätte mir ein Remis gereicht.
In dieser Phase spielte mein Gegner richtig stark und auf einmal hatte ich eine verlorene Stellung auf dem Brett. Bei der Analyse zu Hause habe ich dann festgestellt, dass ich schon nach dem 40. Zug auf Verlust stand, wo ich eigentlich dachte, zumindest das Remis immer sicher zu haben.
Nun musste also Terry gewinnen, um mindestens Gleichstand nach Punkten und Wertung und damit den Blitzentscheid zu erreichen, was ihm dann auch gelang.
Nun waren 4 Runden Blitz im Scheveninger System  (jeder gegen jeden) zu spielen, was besonders Koko “begeisterte”.  In der ersten Runde wurde mit vertauschten Farben gespielt und alle Partien endeten mit dem genau umgekehrten Ergebnis, also wieder vier Weißsiege, wobei Terry eine Stellung mit Läufer und Bauer gegen Springer nach Zeit verlor und Koko wohl auch (noch) etwas langsam war.
Ab der zweiten Runde lief es dann, erst 4:0, dann 3,5:0,5, so dass wir den Kampf schon gewonnen hatte und nach 4 schnellen Remisen war der lange Sonntag beendet. Dabei waren wir noch nicht die Letzten, im Spitzenkampf Makkabi-Schachfreunde wurden am dritten Brett noch um das 2:2 (und Stichkampf) gekämpft, am Ende reichte es aber für die Schachfreunde doch ohne Stichkampf. Auch die andere Paarung Chemie Weißensee-Friesen Lichtenberg war mit 2:2 (Wertung für Chemie) hart umkämpft.
Zu Hause hab ich dann gesehen, dass wir im Halbfinale gegen Hermsdorf spielen, die überraschend den Titelverteidiger Empor Berlin mit 2,5:1,5 ausgeschaltet haben. Die entscheidende Partie war wohl das zweite Brett, wo Jonas Förster unbedingt gewinnen wollt (Remis hätte nach Wertung für Empor gereicht) und am Ende gegen Ralf Zöller doch überraschend verlor. Hier ein Link zum Bericht bei Empor: http://www.empor-schach.de/
Das andere Halbfinale spielen am 9.6. bei Chemie Weißensee die Gastgeber gegen die Schachfreunde Berlin, also auch ziemlich weite Reise für uns.
Aber mit einem Sieg können wir uns für die Deutsche Pokalmeisterschaft qualifizieren, ist uns das schon mal gelungen, ich kann mich nicht erinnern.
Mannschafts- und Einzelergebnisse aller Runden: https://www.berlinerschachverband.de/bpmm2018.html

9 Gedanken zu „Pokalhalbfinale erreicht

  • 29. Mai 2018 um 10:16
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    Erst mal herzlichen Glückwunsch! Mein alter “Werbespruch” beim Trommeln um Mitspieler, dass eine Mannschaft, die mich aufstellen muss, eigentlich schon zu schwach ist, hat mich endlich eingeholt…
    Das Jahr fällt mir auch gerade nicht ein, aber einmal durften wir tatsächlich schon im Deutschen Pokal antreten. Ich erinnere mich an eine lange Autofahrt, nur um uns ein 0:4 abzuholen. Auch das sollten wir inzwischen besser können!

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  • 29. Mai 2018 um 10:25
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    Naja, mein Gegner hatte sich jedenfalls auf Dich etwas vorbereitet, da Du die letzten beiden Runden an Brett 3 gespielt hast. Ist also gut, wenn man eine größere Auswahl hat.

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  • 30. Mai 2018 um 09:55
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    Am 17.6.1990 wurden wir durch einen 2:2-Sieg gegen Kreuzberg in der Besetzung Kohler-Kribben-Giese-Limp Berliner Pokalsieger und verloren dann überregional knapp gegen Potsdam. Im Jahr 2007, Patrick hat mich zuhause abgeholt und nach der langen Autofahrt wieder heimgebracht, holten wir uns (als Berliner Nachrücker) die 4:0-Klatsche in Lübbenau ab und nun ist es an der Zeit, dass wir zum dritten Mal überregional spielen und dann hoffentlich auch triumphieren!

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    • 30. Mai 2018 um 15:56
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      Das geschah nicht im Jahre 2007, sondern im Jahre 2009, am 17. Januar, um genau zu sein. Und das Dörfchen, in dem wir uns unsere 0:4-Klatsche abholten, heißt nicht Lübbenau, sondern Löberitz, und der Verein, der uns die Klatsche verabreichte, nennt sich SG 1871 Löberitz. Die Zahl im Namen verweist auf das Gründungsjahr und lieferte Carsten, der damals den Bericht schrieb, die Erklärung für unsere Niederlage: “Die hatten ja über 100 Jahre mehr Erfahrung.” (siehe CHESSY Nr. 54)

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      • 30. Mai 2018 um 17:17
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        Hab mich schon gewundert, dass wir 4:0 gegen Lübbenau verloren haben. Löberitz spielte ja in dieser Zeit bis zur 2.Bundesliga.
        Hat damals die jetzige lettische Finanzministerin mitgespielt, die schon über fünfzehn Jahre bei dem Verein spielt?

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  • 31. Mai 2018 um 11:02
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    Eine Frau war nach meiner Erinnerung nicht dabei. Ich weiß nur noch, dass ich gegen einen ca. 2200-Gegner mit Schwarz im Sweschnikow ein Alptraumendspiel mit schlechtem schwarzfeldrigem Läufer gegen Springer sang- und klanglos verloren habe…

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    • 31. Mai 2018 um 22:04
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      Nein, es war keine Frau dabei. Aber warum schaut eigentlich niemand im CHESSY Nr. 54 nach? Da steht alles drin.

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