Mit Seniorenschach die 300 geschafft!

Jetzt fragt sich jeder, was heißt diese Überschrift, hier die Auflösung:

https://www.schachbund.de/verein/30011.html

https://www.schachbund.de/spieler/10201799.html (Mit Anmeldung beim Deutschen Schachbund)

Ich habe tatsächlich Anfang Dezember meine dreihundertste DWZ-Auswertung geschafft und das mit dem erfolgreichsten Turnier seit dem Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft 2014. In Berlin habe ich keinen gefunden, der mehr Auswertungen hat, nachdem der absolute Spitzenreiter, Peter Welz letztes Jahr verstorben ist.

Um warum Seniorenschach? Meine letzten 10 Auswertungen waren abgesehen von einer Oberligapartie im August und dem Turnier im Sommer 2020 in Biel nur Seniorenturniere.
Dieses Jahr ging es mit dem 3.Platz bei der Brandenburgischen Seniorenmeisterschaft wie immer Misdroj (Polen) an der Ostsee los.

Danach folgte die Deutsche Senioreneinzelmeisterschaft in Magdeburg, wo ich meine Titelchancen durch eine überraschende Niederlage in der 8.Runde begraben musste, aber trotzdem noch ein gutes Turnier gespielt hatte.

Die drei Seniorenmeister, IM Evgueni Chevelevitch (Ü50), Ralf-Axel Simon (die große Überraschung in der Ü65) und Clemens Werner bei den Nestoren.

Dann ging es Ende August zur Deutschen Seniorenmannschaftsmeisterschaft nach Ingolstadt, wo wir mit der Berliner Auswahl den 1.Platz belegten und ich ungeschlagen das beste Ergebnis hatte.

Und dann kam das Desaster bei den Seniorenmeisterschaften von Schleswig-Holstein in Büsum. Nachdem ich drei gewonnen Stellungen gegen nominell schlechtere Gegner verloren hatte (z.B. mit +20 Bewertung!), hatte ich mit 40 ELO und 50 DWZ Minus meine ganzen Gewinne der davorigen Turniere wieder eingebüßt.
Aber unabhängig vom Ergebnis war es wieder ein sehr schönes Turnier, mit dem vermutlich besten Spiellokal auf dem Deich mit Blick auf die Nordsee.

Etwa verunsichert ging es dann zum Bayrische Seniorenturnier an den Tegernsee, wo ich aber recht ordentlich spielte und ungeschlagen mit 5,5 aus 7 3.-7. wurde. Letzte Runde spielte ich noch eine sehr lange Partie gegen meinen ehemaligen Mannschaftskameraden, mit dem ich 1977 in Rostock gespielt habe und im letzten Jahr in der Oberliga gegen Graal-Müritz.

Die Turniere am Tegernsee sind auch gut zum Urlaub machen geeignet.

Blick vom Wallberg auf den Tegernsee
Auf der anderen Seite die Alpen

Und nun zum Höhepunkt des Jahres, den Offenen Mecklenburgischen Seniorenmeisterschaften in Binz.
Es ist wohl das beliebteste Seniorenturnier, immer innerhalb eines halben Tages ausgebucht. Dieses Jahr war auf Grund der Coronalage lange Zeit unklar, ob es stattfinden würde, ständig änderten sich die Anforderungen und Bedingungen, so dass am Ende von über 200 gemeldeten Teilnehmer nur 100 übrig blieben.
Es war das erste Turnier, wo mit Maske am Brett gespielt wurde, 2G+ (mit Tests alle drei Tage usw.).
Die Favoriten kamen aus Erfurt mit GM Pähtz und IM Brüggemann, ich war an Nummer 7 gesetzt.

Nach drei Siegen kam es in der vierten Runde zum Spitzenspiel gegen IM Brüggemann, die ich aber mit Weiß verdient verloren habe (und das mit Lg5!).

Davon hatte ich mich aber in den nächsten Partien gut erholt, vier Siege gegen zum Teil stärkere Gegner, unter anderen auch gegen den Berliner Seniorenreferenten Christian Syre.


Inzwischen hatte Brüggemann auch zwei Remis abgegeben, so dass dass wir beide vor der letzten Runde mit 7 aus 8 vorn lagen, gefolgt von GM Pähtz mit 6,5 Punkten. Meine Auslosung mit Schwarz gegen Pähtz war natürlich nicht so optimal, aber er hatte nicht den großen Kampfgeist, um noch um Platz 2 zu spielen, so dass die Partie schnell Remis endete. Das nutze Brüggemann, um auch Remis zu machen, da er die klar bessere Wertung hatte. So wurde ich am Ende Zweiter mit einem DWZ-Gewinn von 38 und einem ELO-Plus von 42.

Nun werde ich mich Anfang Januar mal wieder unter die „normalen“ Schachspieler begeben und beim Neujahrsfestival in Berlin mitspielen.

5 Kommentare

  1. Sensationell, das sind um die 50 Partien im Corona-Jahr, in dem die meisten Leute überhaupt nicht gespielt haben! Und dann solche Erfolge wie der Deutsche Meistertitel mit der Berliner Auswahl und der Vizesieg von Binz und dann war ja noch ein großer Erfolg in Duisburg, von dem hier gar nichts steht!

    1. Ja, Duisburg ist mir völlig untergegangen, weil es nicht DWZ-gewertet wurde. Zumal ich dort ja die beste Partie des Jahres gespielt habe, letzte Runde mit positionellem Damenopfer, was uns den 2. Platz gebracht hat. Werde mal sehen, dass ich die Partie hier noch mal veröffentlichen kann.

      http://dbmm2021.fvschach.de/

  2. Hai Michael, Gratulation zu deinen zahlreichen guten Resultaten der letzten Zeit!
    Eine Richtigstellung wirst du mir gewiss erlauben: Deine nunmehr erreichten 300 DWZ-Auswertungen sind zweifelsohne höchst respektabel, jedoch liegst du damit noch ein gewaltiges Stück hinter Manfred Lenhardt, bei dem sich von diesen nämlich 423 aufsummiert haben. In Berlin dürfte das auf Jahre wohl unerreicht bleiben.
    Weiterhin viel Erfolg für dich,
    Franko.

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