Mammuth oder: Englisch lernen mit Schach

mammothMeine Englisch-Kenntnisse stützen sich nicht zuletzt auf die millimetergenaue Lektüre zweier langer Schachbücher auf Englisch, die mir mit ca. 14 Jahren in die Hände gefallen sind. Erstens Frank Marshall’s Best Games of Chess, ein Werk, das insbesonderes deshalb so lustig ist, weil Marshall ohne rot zu werden schwindelt und auch noch die schlechtesten Stellungen mit taktischen Tricks zu retten sucht. Und zweitens David Bronsteins Zürich 1953, das beste Turnierbuch aller bisherigen Zeiten, lehrreich ohne Ende und auch ein Lieferant zahlloser Vokabeln.

Natürlich lernt man bei Schachbüchern besonders gut die Fremdsprache, weil einen das Thema interessiert. Schachbücheer sind tausendmal interessanter als Lehrbuchtexte oder absichtliche ausgesuchte Lektüretexte für den Unterricht. Es ist ja an sich schon abtörnend genug für jeden Text, wenn er für den Unterricht ausgesucht wurde.

Heutzutage empfehle ich allerdings für alle aufstrebenden Schachspieler das Mammoth Book Of Chess von Burgess, Nunn und Emms. Das Werk misst 700 Seiten und enthält 125 Partien, bessere gibt es nicht; es analysiert detailliert und kenntnisreich, davon können Vorgänger wie Knaurs Schachbuch nur träumen; es stellt jeden der Spieler in einer Kurzbiografie vor, knapp und trefflich charakterisierend; und es kostet in der Taschenbuchausgaben nur ca. 10 € – also ein dickes Buch für einen dünnen Geldbeutel.

Pflichtlektüre für alle diejenigen oberhalb von DWZ/Elo 1500, die einen großartigen Überblick über die Schachgeschichte bekommen und Englisch lernen wollen.

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