Kaufrausch und Damentausch

Bei der 3. Runde des Schulschach-Grand Prix im Havelpark am 16. Februar 2013 konnten die Zita-Kids wieder einige gute Resultate einfahren.

Yannick François (U 13) und Tham Minh (U 9) belegten in ihrer Altersklasse jeweils den 2. Platz, wofür sie, dem Austragungsort angemessen, mit Einkaufsgutscheinen und zur Freude der begleitenden Mütter mit einem Blumenstrauß belohnt wurden. Sophie François als 14. der U 13 und Tham Nam als 7. der U 9 vervollständigen das Zita-Quartett.

Von Yannick sind zwei haarsträubende Partiefragmente erhalten; das erste ohne Kommentar aus der vorletzten Runde, Yannick hatte Schwarz. Es ging mit folgenden Zügen weiter:

Yannick_Havelpark2013_1

1… b5 2. Lxb5 axb5 3. Sxb5 Sd7 4. Sa7+ Kc7 5. Tc3+ Kd6 6. Tc6+ Kd5 7. d4 Tb8 8. c4+ Kxd4 9. Td1+ Ke5 10. Txd7 Tb2+ 11. Ke1 Ta8 12. Tcc7 Lb4+ 13. Kf1 Ke4 14. Kg1 f5 15. Tb7 Tb1+ 16. Kh2 Tb2 und hier einigten sich die beiden auf Remis. Dabei kann man schon mal außer Atem geraten, bei so einem König auf Wanderschaft.

Auch in der letzten Runde gingen Yannick (diesmal Weiß) und sein Gegner beide ran wie Blücher, was zu folgendem dramatischen Finale führte:

Yannick_Havelpark2013_2

1. f5 Lb7 Schwarz sieht das Unheil kommen, aber er hat ein Mattbild tief in der Stellung verborgen gesehen: So etwas wird belohnt. 2. fxe6 Hier ist 2. Ld4! schon viel besser, denn die Dame droht auf h6 direkt ins Wohnzimmer des schwarzen Königseinzusteigen. Es ist das Problem der Räumung, das Yannick hier nicht löst: Die Läufer stehen der Dame im Weg. Sie müssen ihr auch unter Opfer den Weg freiräumen. Dxe6 3. Lh6 Dxh3 4. Dg5 Sb4!! So weit, so rücksichtslos. Yannick hat nun nicht erkannt, dass Sb4 eine gewaltige Drohung enthielt und macht ohne Schach weiter: 5. f7?? Dh1# Autsch! Ein Matt mit Dame und Läufer, das gerade vor zwei Wochen im Training über den Bildschirm gezogen ist. Mit Schach-Schach hätte Weiß gewonnen: 5. Lg7+ Kg8 6. f7+ Kxg7 7. f8=D+!! Txf8 8. Lxd3+ Endlich kann die weiße Dame eingreifen!! Kh8 9. Dh6+ Kg8 10. Dh7 matt. Das sieht schwer aus, wenn man aber weiß, dass man dauernd Schach sagen muss, um nicht selbst mattgesetzt zu werden, sind solche Züge gar nicht so schwer zu finden.

(Mitgeschrieben hat Pierre François)

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