3. ‚ran an den Turm in Blumenthal

ZITA beim „3. ‘ran an den Turm“-Turnier in Blumenthal

Schlechte Laune an einem Samstagmorgen. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Nämlich dann, wenn man zu einem Turnier fährt, welches den Beginn der ersten Runde auf 10:00 Uhr setzt und somit den Registrierungsschluss auf 9:30. Da darf man erstmal schlucken, wenn am Wochenende die Wecker der tapferen Zitateilnehmer an einem solchen Turnier ab 6:00 Uhr anfangen zu nerven. Schließlich wollte gefrühstückt werden, zum Treffpunkt gefahren werden und dann muss man ja auch noch zum Turnier kommen. Das „3. ‚ran an den Turm“ – Turnier sollte in Blumenthal stattfinden. Das liegt in grober Richtung auf dem Weg nach Hamburg. Ca. eine Stunde Fahrt sollte es ab Albrechtshof noch werden. Dort traf ich auf die nicht minder müden Rita Kostré, Tony Schwedek und Fabian Paul.
Alles Jammern hilft aber nichts. Das Auto (Tony war der auserkorene Fahrer) stand mit Proviant bepackt bereit und wir machten uns auf den Weg. Dank guter Vorbereitung war der Weg kein größeres Problem. Lediglich eine kleine Verkehrsinsel wollte uns doch weismachen, dass wir hier eigentlich nicht erst 10 Meter vor der Kreuzung daran denken sollten rechts ab zu biegen. Tony, unser routinierter Autofahrer, schaffte die Kreuzung dann aber doch noch, so dass wir uns nach kurzem Herzrasen wieder anderen Gedanken zu wenden konnten. Das Turnier würde in A- bis E-Open unterteilt werden, vor Ort würden wir noch auf Michael „Lemmi“ Lehmann, Manfred Strzeletz, Alexander Rosin und Eduardo treffen. Außerdem lernten wir dort auch noch einen Arbeitskollegen von Eduardo, Enzo Catalano kennen. Das A-Open für >2000 DWZ (jedenfalls laut Ausschreibung) und danach in 300 Punkte Stafflungen abwärts die anderen Open. Diese Regelung wurde aber eher als vage Orientierungshilfe angelegt, so dass wir wie folgt starten würden: Tony, Eduardo und ich im A-Open (8 Teilnehmer); Rita, Fabian und Alexander im B-Open (12 Teilnehmer); Lemmi und Manfred im C-Open (20 Teilnehmer).

Bei Ankunft wurden dann erstmal noch die restlichen Startgelder bezahlt (10€ für uns vier Studenten und Alex, als Schüler, sonst 20€). Zusätzlich musste man noch einen Verzehrgutschein im Wert von 10€ erwerben. Diese Investition erscheint uns im Nachhinein als eher fragwürdiges Konzept, da man doch eigentlich den Teilnehmern lieber selbst überlassen sollte wie viel Geld sie dort für Verpflegung ausgeben möchten, oder nicht? Vielleicht liegt die Ursache hierfür aber auch an der großen Anzahl an sehr kleinen Kindern, die vor allem das D- und E-Open bevölkerten. Naja, immerhin sollte es Samstag-Abend ein Grillen geben, wo wir uns dann gedachten ordentlich den Wanst voll zu schlagen.

Da sich die Teilnehmerliste in den letzten Tagen vor dem Turnier nicht mehr änderte waren Tony und ich schon auf ein wiedermaliges Aufeinandertreffen in Runde Eins vorbereitet. Eduardo musste dann gleich in Runde 1 gegen den Setzlistenersten (2203 DWZ) spielen. Tony und ich nutzen diese ungünstige Paarung zu einem Einstieg ins Turnier welcher uns je einen schnellen halben Punkt bescheren sollte. Eduardo errang nach lange eher schlechterer Stellung ein starkes Remis.

Im B-Open spielte Rita eine komische Schottisch-Variante die ihr Angriff brachte aber 2 Bauern verlor. In Zeitnot bot ihre ranglistentechnisch etwas schwächere Gegnerin Remis welches Rita in mittlerweile chancengleicher Stellung auch annahm. Fabian währenddessen gewann an Brett 2 gegen seinen starken Gegner (1858 DWZ) nachdem die Partie lange keinen Gewinner vermuten ließ. Alexander verlor seine erste Runde.

Im C-Open holte Manfred einen halben Punkt gegen eine aufstrebende sehr, sehr junge Gegnerin, Lemmi verlor leider in total überlegener Stellung auf Zeit. Wir spielten übrigens 60min/30 + 30min/Rest.

Tony und ich nutzten unsere Mehrzeit vor der 2. Runde um schon mal im 20 km entfernten Wittstock im Hotel für die kommende Nacht einzuchecken. (35€ pro Nase inkl. Frühstück)

In Runde 2 musste ich, da Eduardo ja Remis holte, nun auch schon gegen den Turnierfavoriten ran. Die Partie könnt ihr hier sehen:

Tony spielte gegen einen sehr starken 13(?)jährigen Jungen (1974 DWZ) und stand nach einem für weiß guten Abspiel aus der Alapin-Variante lange eher schlechter, hielt dann aber das Turmendspiel remis. Eduardo gewann währenddessen gegen seinen Gegner (1992 DWZ).

Im B-Open verlor Rita leider sehr unglücklich in Zeitnot gegen Fabis Gegner aus Runde 1, während dieser Remis holte. (gegen 1754 DWZ). Alexander holte Remis gegen einen nicht DWZ-eingestuften Gegner.
Im C-Open spielte Lemmi Remis, sicher auch um sich von der für ihn erschreckenden Erfahrung aus Runde eins erstmal zu erholen. Manfred gewann hier gegen Annika Sauer eine starke Partie.

In Runde 3 durfte ich gegen den Setzlistendritten ran, welcher mit den weißen Klötzen eine komische Variante gegen Caro-Kann wählte und aus der Eröffnung heraus schon schlechter stand. Ich konnte diesen Vorteil erfreulicherweise in einen Punkt ummünzen, während am Brett neben mir Eduardo Tony noch einmal zeigen konnte, dass dieses Duell für Tony oft ein schlechtes Ende findet – schon wieder vereinsintern.

Im B-Open spielte Fabian wieder Remis (gegen 1747 DWZ). Rita gewann gegen Alexanders Gegner aus Runde 2, während dieser leider wieder verlor (gegen 1689 DWZ).

Im C-Open steigerte Lemmi sich weiter und gewann die 3. Runde (gegen 1511 DWZ) durch eine gekonnte Abwicklung in ein gewonnenes Turmendspiel. Manfred gelang hier der nächste volle Punkt (gegen 1564 DWZ).

Der erste Tag war nun spielerisch vorbei und alle dachten sich „Ran an die Buletten“ oder was auch immer dort so auf dem Grill lag. Zu unserer Verblüffung sollte das Gegrillte allerdings extra gezahlt werden und der Verzehrgutschein konnte „nur“ für alles andere, was dort von der Küche zubereitet wurde, verwendet werden. Etwas enttäuscht machten wir uns dann in der Morgenbesetzung auf den Weg ins Hotel, wo ansonsten noch Enzo übernachten würde. Abends wurde auf Tonys & Ritas Zimmer noch analysiert, gequatscht und der Tag résumiert. Eduardo und ich (je 2,5/3) hatten einen ganzen Punkt Vorsprung auf das restliche Feld und konnten uns von nun an gute Aussichten auf den Turniersieg ausmalen, während Tony (1/3) am 2. Tag auf jeden Fall noch eine Partie gewinnen wollte. Rita (1,5/3) und Fabian (2/3) hatten in ihrem Turnier auch noch alle Chancen, da niemand mehr als 2 Punkte hatte und wollten versuchen ihre Chancen am nächsten Tag noch zu nutzen.

Am nächsten Tag waren wir wieder unausgeschlafen, immerhin würde die Runde um 9:30 beginnen und die Uhren wurden in der letzten Nacht eine Stunde vorgestellt.
An Brett 1 spielten Eduardo und ich ca. 1,5 Stunden bis wir uns auf Remis einigten. Tonys Partie gegen Eduardos Gegner aus Runde 3 könnt ihr folgend betrachten:

Im B-Open spielte Fabian währenddessen gegen Henry Oelmann (1985 DWZ). Mal wieder eine Partie zum reinschauen:

Rita musste gegen Alexander spielen, welcher aber sonntags den Weg nach Blumenthal krankheitsbedingt nicht mehr antreten konnte. +:- für Rita demnach, die sicher lieber gespielt hätte.

Im C-Open gewann Lemmi wieder (jetzt 2,5/4 – geht da noch was in Richtung Preisränge?). Manfred verlor leider gegen den Setzlistenzweiten sehr unglücklich durch einen frühen Fehler. (auch 2,5/4)

Vor der letzten Runde hatten Eduardo und ich also noch einen halben Punkt Vorsprung auf alle Verfolger aber auf jeden Fall den Buchholzvorteil, so dass uns bei jeweiligem Remis die Plätze 1 und 2 sicher wären. Mein Gegner wählte im Caro-Kann als Weißer ein sehr frühes f4, welches mir schon schnell schöne Chancen bot taktische Motive an den Tag zu bringen. Er verteidigte diese zutreffend, verlor aber nach einiger Zeit dennoch einen Bauern. Diesen hätte er wohl zurück gewinnen können, tat dies aber nicht und bekam als Kompensation vorerst eine sehr aktive Stellung. Ich fühlte mich nach ein paar weiteren Zügen dann trotzdem sehr wohl und hatte bald einen relativ gesunden Mehrbauern, während Eduardo inzwischen mit Minusbauern im Damenendspiel war. Ich bot meinem Gegner Remis an, da ich mir sicher war, dass dies für den Turniersieg reichen würde, wenn Eduardo nicht gewann. Dabei ging ich wie selbstverständlich davon aus, dass mein Gegner aus Runde 2 gewinnen würde. Dieser aber verlor gegen den Setzlistensiebten (1975, mehrfacher U-Weltmeisterschaften-Teilnehmer) noch einmal, so dass Eduardo auch nach Feinwertung noch mit mir gleichziehen konnte, wenn er Remis halten würde. Dies gelang ihm nach langem Kampf aber nicht, so dass er am Ende „nur“ Zweiter wurde. Tony verlor die letzte Runde leider gegen meinen Gegner aus Runde Zwei, wurde dadurch 7. Und holte ein paar gute DWZ-Punkte auf.

Im B-Open spielte Rita nun gegen Henry Oelmann, Partie folgend:

Durch diesen Sieg sicherte Rita sich Platz 3, während Fabian mit einem Remis noch auf Rang 4 abrutschte. Dennoch sammelt er starke 115 DWZ-Punkte und gewann auch noch Geld.
Im C-Open holten Lemmi und Manfred beide noch ein Remis (3/5) gegen stärkere Gegner, was für die Preisränge nicht mehr, aber einen kleinen Schluck aus der DWZ-Pulle doch noch reichte.
Für die ersten Drei eines jeden Turniers gab es Jadeglaspokale und teilweise bis zum 6. Platz noch Preisgelder, so dass ZITA das Turnier mit ca. 180 DWZ mehr und 180€ verlassen durfte. Das Turnier hat insgesamt viel Spaß gemacht und wir werden vermutlich nächstes Jahr wieder teilnehmen, zumal mir nächstes Jahr die Übernachtung und der Verzehrgutschein gesponsert werden wird, wie man mir bei der Siegerehrung versprach.

PS: Das Bild der Zitafraktion nach der Siegerehrung steht mir noch nicht zur Verfügung würde ich aber wenn man mir das zuleitet noch ergänzen.

7 Kommentare

  1. Gratulation an den Turniersieger Felix und die übrigen Zita-Mitstreiter!
    Bei so vielen Spandauer Teilnehmern ließ es sich ja gar nicht vermeiden, dass es auch vereinsinterne Duelle gab.
    Gibt es auch eine offizielle Turnierseite?

  2. Das ist ja sensationell. Da veröffentlicht man eine kleine Hilfestellung, und schon gibt’s zwei Berichte … Was kann ich denn sonst noch tun?! Freut mich jedenfalls, aber auch die guten Ergebnisse unserer Leute. Horrido, Felix!!

  3. Danke für die Hilfestellung Hartmut, für die beigesteuerten Berichte Manfred und allgemein für die nette Rückmeldung.
    Fabians Partie wird im Laufe des morgigen Tages ergänzt, vielleicht stelle ich danach auch noch meine Partie aus Runde 3 ein, die ich recht interessant fand. Vielleicht habe ich aber auch zu unsauber gespielt, als dass ich diese mit euch teilen könnte 😀

  4. Ein Lob möchte ich aber auch noch in Richtung der Veranstaltung loswerden. Es war sauber organisiert, das Turnier wurde ohne größere Verzögerungen gespielt.
    Die Verpflegung war Weltklasse, die Damen des Bürgerhauses haben alles selbst gemacht, von Frikassee über Nudel- und Kartoffelsalat, Buletten bis zu leckerem Kuchen.
    Nicht nur deswegen kann man sicherlich an dieser Veranstaltung erneut teilnehmen.
    Schließlich haben wir einen Ruf zu verteidigen… 😉

    1. Dem Lob an die Veranstaltung kann ich mich mit einer Ausnahme anschließen – wenn in der Ausschreibung steht, es gibt ein Grillen nach der dritten Runde und die Teilnehmer sind verpflichtet, einen Verzehrsgutschein in Höhe von 10€ zu erwerben, wieso um alles in der Welt kann man den nicht bei dem Grillen verwenden? Das verstehe ich nicht und hätte wenigstens angesagt werden können…
      Naja aber ansonsten war es wie gesagt super organisiert 🙂

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