25 Jahre ZITA-Weltrekord

Unser am 31. Mai 1997 vor dem Rathaus Spandau aufgestellter Weltrekord im Turnier-Simultan jährt sich am Dienstag zum 25. Mal. 16 Spieler gleichzeitig jeder gegen jeden an insgesamt 120 Brettern brachten dem SC Zitadelle Spandau einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Abgelöst wurde damit der bisherige Rekord von Buxtehude mit 15 Spielern an 105 Brettern. Als Bestätigung erhielt der Initiator des Events, Matthias Kribben, diese schöne Urkunde.

Dummerweise gab es in dem folgenden Guinness Buch die Rubrik „Turnier-Simultan“ nicht und unser Rekord wurde kurze Zeit später von Stuttgarter Schachfreunden überboten, so dass leider keine Ausgabe des Guinness Buch der Rekorde existiert, die unsere Leistung angemessen dokumentieren würde. Zudem offenbart die oberflächliche Internet-Recherche zum Thema keinerlei brauchbare Hinweise, so dass sich die Spur des Rekordes im Ungewissen verliert.

Was bleibt, sind jedoch unvergessliche Erinnerungen an herum wirbelnde Spieler, umgewehte Figuren, fleißige Helfer und ein Foto-Album, das nicht zuletzt die Erinnerung an den viel zu früh von uns gegangenen Uwe Baumgardt bewahrt.

Das Foto zeigt Uwe zusammen mit Elena Virnik ausgestattet mit einem Leibchen mit der Nummer 1. Denn um den Spielern Orientierung zu geben, hatte jeder eine Startnummer, der eine farbige Entsprechung am seinen Brettern gegenüber stand. Für die Verteilung der Startnummern über die gesamte Turnierfläche hatte sich Matthias ein geniales System ausgedacht, das gewährleistete, dass kein Teilnehmer bevor- oder benachteiligt wurde. Um eine Flut von Kurzremisen zu vermeiden, die im Kampf gegen die Uhr Vorteile geboten hätten, wurde festgelegt, dass Remisgebote erst nach 2 Stunden zulässig waren. Und dass alles regelgerecht abzulaufen hatte, darüber wachte der renommierte Schiedsrichter Jörg Lorenz.

Darüber hinaus sollte auch den Zuschauern etwas geboten werden. Eigens dazu konnte als Moderator der bekannte Rundfunk-Journalist Thomas Schwarz gewonnen werden, der 2011 ebenfalls vor seiner Zeit verstarb. Ein Programmheft mit der Vorstellung der einzelnen Spieler wurde an Interessierte verteilt und auf einem Flipchart wurde immer der aktuelle Stand des Turniers dargestellt. Im Rahmenprogramm stellte sich Hans-Jürgen John als Simultan-Spieler dem Publikum.

Turniersieger nach sechs Stunden harter Arbeit wurde souverän der Bundesliga erfahrene Lars Thiede (Schachfreunde Berlin).

Zu der Thematik, dass immer mal wieder Figuren umgeweht worden waren und die Stellungen dann aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden mussten, bemerkte Lars in einem Tagesspiegel-Interview lapidar, man habe als Kind schließlich auch mal Memory gespielt. Überhaupt ordnete er das Turnier eher unter „Spaßschach“ ein. Allen hat es in der Tat mehr oder weniger Spaß gemacht (abhängig von der schachlichen Leistung).

Am Ende gratulierte der damalige Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz, und die Spieler und Organisatoren wurden eingeladen, sich ins Goldene Buch der Stadt Spandau einzutragen.

Hier die Abschlusstabelle:

Quelle: Chessy 36

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