Neues aus dem Schachkontinent – Teil 2

Hallo zusammen,

ich nutze mal die Mittagspause für die versprochene Fortsetzung, wie ist es mir also nach dem prima Start ergangen beim Amateur- und Jugendturnier hier in Lima? Nicht gut! Das Glück, dass ich in der zweiten Runde hatte, war mehr als aufgebraucht und unsere liebe Schachgöttin meinte es dann gar nicht mehr gut mit mir. Alle Befürchtungen, dass mir junge Schachsterne an den Kragen gingen würden und über meine Unfähigkeit, den Zeitmodus 60min + 30s vernünftig zu spielen, haben sich bewahrheitet. Schlussendlich habe ich es geschafft, aus den folgenden vier Stellungen insgesamt 1,5 Punkte zu holen:

Gegen den späteren Turniersieger mit Schwarz am Zug

Weiß zog nicht d6 hier …

Natürlich die unklarste Stellung gewonnen (auf Zeit und wohl auch auf Stellung?!)

Stellung nach 30. f3!

Wofür entschied ich mich intuitiv in den einzelnen Stellungen?

Diagramm 1) Lc3?! und später 0:1 – Ein wirklich gutes Lehrbeispiel zum Thema „Richtig Abtauschen“ um zu verstehen, dass das Läuferpaar besser ist als ein Endspiel mit Mehrfigur gegen drei Bauern. Welche Fortsetzung ist also besser für Schwarz?

Diagramm 2) Sd6?! gefolgt von Lxd6, Lxd6, Td8, Lc7, Td7 und d6 und später 0:1. Immer noch klar gewonnen aber man lerne: Auch in Zeitnot nicht seine Figuren einsperren und selbst wenn es nicht mehr zum Rechnen reicht – die Drohung ist immer besser als die Ausführung…

Diagramm 3) Weiß zog g4 und 0:1, da seine Zeit abgelaufen war, wie so oft in diesem Turnier. Dennoch interessant, denn ich glaube das die Stellung mittlerweile für Schwarz gewonnen ist. Oder was meint ihr?

Diagramm 4) Ein schöner Vorteil für Weiß nach gut gespieltem Königsinder. Wie sollte Weiß aber nun wohl weiterspielen? Zum Vergleich: Es folgte 30. …Sc6 31.Tb1 Ke6 32.Tb7 Lf6 33.Ld2 h5 34.h4 f4 35.Kg2 Sd4 36.gxf4 Lxh4 37.Tb6 exf4 38.Lxf4 Le7 39.e5 Sf5 40.exd6 Lxd6 41.Kh3 Ke7 42.Lxd6+ Sxd6 43.Kh4 Sf5+ 44.Kg5 Sd4 45.Tb7+ Ke8 46.Kxg6 Sxf3 47.Kxh5 Se5 48.Kg5 Sd7 49.Kf5 Ke7 und remis. Habe es mir natürlich mittlerweile schon angeschaut und die vielen Fehlern bemerkt. Aber mich interessiert – Welche Fehler entdeckt ihr und warum? Ich gebe mal mindestens 4 schlechte Züge als Vorgabe.

Trotz des unglücklichen Verlaufs – das Turnier war aber dennoch eine ganz schöne Erfahrung. Ich bin mir sicher, das meine letzten drei Gegner, die derzeit noch Wertzahlen von 1680 bis 1820 hatten noch in andere Sphären vordringen werden, und ich fühle mich angespornt, auch noch das eine oder andere in Zukunft besser zu machen!

Hier der Endstand: http://www.chess-results.com/tnr274936.aspx?lan=10&art=1&turdet=YES&flag=30&wi=984

Es grüßt euch
Nils

Ein Gedanke zu “Neues aus dem Schachkontinent – Teil 2

  1. Hallo Nils,
    toll, dass Du auch in Peru spielst. Ich finde, im Ausland zu spielen, ist ein besonderes Erlebnis. Vor dem Havanna-Capablanca-Chessclub zu spielen oder in Manhattan war ein besonderer Reiz.
    Zu Deinen Stellungen:
    In der zweiten hätte ich eher daran gedacht, den Springer zu behalten und den L zu tauschen. Also Ld6. Den S benötigst du doch, um das Feld d7 zu überwinden. Taktisch muss man sich vor a6 oderTb5 oder ähnliche Ideen nicht fürchten. Lc7 und dann d6 ist wirklich keine gute Idee.
    Bei der dritten Stellung fehlt mir die Gewinnidee. Du kommst doch gar nicht dazu, dir einen Freibauern zu bilden., der sich bewegen kann? Auf hg: sollte Weiß mit dem L wiedernehmen. Das verhindert Zugzwangmotive….
    Soweit von mir. Die vierte Stellung ist mir zu komplex….;-)

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